Silbernes Teeservice in zwei Umgebungen: elegantes Auktionshaus und schlichtes Händlerlager
AntiqBot Blog · 12. März 2026 · 7 Min. Lesezeit

Was ist Ihr Antiquitätenstück wirklich wert? Schätzwert vs. Marktwert

“Der Experte sagte, es sei €5,000 wert, aber ich bekomme nirgends mehr als €800 dafür.” Dies ist eine der frustrierendsten Erfahrungen in der Welt der Antiquitäten, und sie kommt häufiger vor, als viele Menschen denken.

Die Ursache ist fast immer dieselbe: Verwechslung zweier Begriffe, die auf dem Papier gleich klingen, in der Praxis jedoch weit auseinanderliegen können.

Schätzwert: Was er ist und wofür er dient

Ein Schätzwert ist eine professionelle Einschätzung dessen, was ein Stück unter bestimmten Umständen wert ist. Doch welche Umstände? Das hängt vom Zweck der Bewertung ab.

Eine Bewertung für Ihren Versicherer ergibt einen anderen Betrag als eine Bewertung für den Verkauf. Keine davon ist “falsch”, sie messen lediglich unterschiedliche Dinge.

Marktwert: Was das Stück tatsächlich erzielt

Der Marktwert ist der Betrag, den ein kaufwilliger Käufer zu einem bestimmten Zeitpunkt zu zahlen bereit ist. Er hängt ab von:

Chinesisches Porzellan, das vor zehn Jahren bei einer europäischen Auktion €8,000 erzielte, kann heute €2,000 erzielen, nicht weil es als Objekt weniger wertvoll geworden ist, sondern weil sich der Markt verändert hat.

Der Händlereffekt

Ein Händler, der einen Nachlass aufkauft, zahlt den Großhandelspreis, nicht den Marktpreis. Er hat Kosten: Lagerung, Transport, Restaurierung, Verkaufszeit, Risiko. Ein fairer Händler bietet 30 bis 50% des Marktwerts. Das ist kein Betrug, sondern sein Geschäftsmodell.

Wenn Sie Zeit haben und wissen, wo Sie verkaufen können, kommen Sie dem Marktwert näher. Wenn Sie schnell verkaufen möchten oder sich den Aufwand ersparen wollen, ist ein Händler eine legitime Wahl, aber gehen Sie mit offenen Augen vor.

Das Auktionsaufgeld, das viele vergessen

Auktionspreise, die Sie online bei Christie’s, Sotheby’s oder Bonhams sehen, sind Hammerpreise, also vor dem Käuferaufgeld. Dieses Aufgeld erhöht den Hammerpreis um 20 bis 28%. Ein Stück, das für €10,000 verkauft wird, kostet den Käufer tatsächlich €12,000 bis €12,800.

Als Verkäufer zahlen Sie dem Auktionshaus ebenfalls eine Verkäuferprovision. Der Nettoerlös bei einer großen Auktion kann 60 bis 75% des Hammerpreises betragen.

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Was sollten Sie sich merken?

Neben dem reinen Marktwert spielt auch kuratorische Autorität eine Rolle bei der Bewertung eines Werks. Ein Gemälde, das einst in einer bedeutenden Ausstellung gezeigt wurde, gewinnt eine Ebene der Aufmerksamkeit, die sich nicht immer sofort im Preis widerspiegelt. Diese Unterscheidung haben wir in Venedig-Biennale 2026: In Moll ausgearbeitet.

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