Zylindervase mit Landschaftsdekor
Eine Zylindervase mit blau-weißem Landschaftsdekor im chinesischen Stil. Form und Dekor entsprechen einer Herstellung im 19. Jahrhundert, doch mehrere Elemente weisen auf eine mögliche spätere Reproduktion hin. Dies ist ein Beispiel für eine Analyse, bei der AntiqBot ehrlich darlegt, wo die Grenzen der fotografischen Untersuchung liegen.
Warum dies Stufe 3 und nicht Stufe 2 ist: AntiqBot gibt kein positives Urteil ab, wenn die verfügbaren Informationen dies nicht rechtfertigen. Ein ungewisses Urteil ist keine negative Beurteilung des Objekts. Es ist ein ehrliches Signal dafür, dass Fotografien allein in diesem Fall für eine fundierte Schlussfolgerung nicht ausreichen.
Die Herausforderung bei chinesischem blau-weißem Porzellan des 19. Jahrhunderts
Chinesisches blau-weißes Porzellan mit Landschaftsdekor wird seit der Yuan-Dynastie (14. Jahrhundert) hergestellt und erreichte seine Blütezeit in den Kangxi- und Qianlong-Perioden (1662–1795). Das 19. Jahrhundert brachte eine erhebliche stilistische Vermischung: Viele Stücke ahmen frühere Perioden nach, tragen apokryphe kaiserliche Regierungsmarken und waren für den Exportmarkt oder den Binnenhandel bestimmt.
Gerade diese Komplexität macht die Echtheitsprüfung chinesischen Porzellans des 19. Jahrhunderts anhand von Fotografien allein besonders schwierig. Der Unterschied zwischen einem authentischen Qing-Stück aus 1850, einer späteren Reproduktion aus 1920 und einer modernen Kopie aus 1980 kann für das Auge minimal sein, während der Marktwert von €50 bis €2,000 oder mehr reicht.
Der Fußring, die Bodenmarke und die Glasurqualität an der Innenwand sind die aussagekräftigsten Elemente für die Datierung. Auf Fotografien sind diese selten ausreichend sichtbar, um eine zuverlässige Bewertung zu ermöglichen. Dieses Stück ist ein klares Beispiel dafür.
Wie CeramCheck dieses Objekt untersucht hat
Ergebnisse dieser Analyse
- Formprofil mit dem 19. Jahrhundert vereinbar: Zylindrische Proportionen und Schulterübergang passen zu Exportporzellanformen des 19. Jahrhunderts.
- Dekorikonografie ohne Anachronismen: Landschaftsmotive und Figuren sind stilistisch mit der angegebenen Periode stimmig.
- Farbton des Kobaltblaus nicht abschließend bestimmbar: Die Farbwiedergabe auf Fotografien hängt zu stark von der Beleuchtung ab, um eine zuverlässige Periodenzuordnung vorzunehmen.
- Bodenmarke unzureichend sichtbar: Ausführung und Stil der Marke konnten nicht vollständig beurteilt werden. Dies ist das aussagekräftigste Element für die Datierung.
- Fußring nicht fotografisch dokumentiert: Die Innenwand des Fußrings fehlt in der Fotoserie. Entscheidend für die Unterscheidung zwischen 19. und 20. Jahrhundert.
- Glasurqualität nicht beurteilbar: Reflexionen auf der Außenwand verhindern die Bewertung von Glasurstärke und Gleichmäßigkeit.
Was eine weitere Untersuchung umfasst
Für ein eindeutigeres Urteil sind drei konkrete Schritte sinnvoll. Erstens: Fotografieren Sie den Fußring gerade von unten bei diffusem Tageslicht ohne Blitz. Dies zeigt die Bodenmarke, die Farbe des unglasierten Bodens und mögliche Restaurierungsspuren. Zweitens: Fotografieren Sie die Innenwand der Vase mit einer Lampe im Inneren, um Glasurstärke und -qualität zu beurteilen. Drittens: Ziehen Sie ein spezialisiertes Auktionshaus (Bernaerts Antwerp, Christie's Amsterdam) für eine kostenlose erste Einschätzung hinzu, wenn das Stück Potenzial hat.
Wenn die Bodenmarke bestätigt, dass es sich um ein authentisches Stück aus dem 19. Jahrhundert handelt, verschiebt sich die Wertangabe von €100–€200 möglicherweise auf €400–€1,200, abhängig von der Qualität des Dekors und dem spezifischen Herstellungsort.
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