Murano-Glasschale
Eine farbenfrohe Glasschale mit charakteristischer Sommerso-Technik und organischer Form, angeboten als authentisches Murano-Glas. AntiqBot untersuchte Farbintensität, Luftblasen, Verarbeitung und Formtypologie auf Übereinstimmung mit der Murano-Produktion der Mitte des 20. Jahrhunderts.
Murano-Glas und die Sommerso-Technik
Murano ist eine Insel in der Lagune von Venedig und seit dem 13. Jahrhundert das Zentrum der venezianischen Glasindustrie. Die Republik Venedig siedelte ihre Glasbläser 1291 nach Murano um, um die Brandgefahr in der Stadt zu verringern, und über die Jahrhunderte entwickelten die Inselbewohner Techniken, die weltweit unerreicht waren.
Sommerso, wörtlich „untergetaucht“ auf Italienisch, ist eine Technik, bei der mehrere Schichten farbigen Glases übereinander geblasen werden, wobei jede Schicht vollständig in der nächsten „untergetaucht“ ist. Das Ergebnis ist ein optischer Tiefeneffekt, bei dem Farbschichten durch transparentes Glas als schwebende Ebenen sichtbar werden. Die Technik wurde in den 1930er-Jahren von Meisterglasbläsern wie Flavio Poli für das Haus Seguso perfektioniert und erreichte ihren Höhepunkt zwischen 1950 und 1970.
Gerade diese große Beliebtheit macht die Authentifizierung komplex: Glas im Murano-Stil wird in asiatischen Fabriken massenproduziert, und selbst auf Murano gibt es günstigere Produktionsmethoden, die die visuellen Merkmale klassischer Sommerso-Stücke ohne die technische Qualität der großen Meister nachahmen.
Wie AntiqBot dieses Objekt untersuchte
Ergebnisse dieser Analyse
- Farbintensität hoch und rein: Keine grauen Untertöne oder Farbverunreinigungen sichtbar. Entspricht der Verwendung von Murano-Pigmenten.
- Luftblasenmuster organisch verteilt: Mikro-Luftblasen sind nicht regelmäßig angeordnet. Dies weist auf handgeblasene Produktion hin.
- Wandstärke variabel: Leichte Unregelmäßigkeiten in der Wandstärke sind auf Durchlichtfotos sichtbar. Charakteristisch für Handarbeit.
- Verarbeitung von hoher Qualität: Keine scharfen Grate oder unfertigen Übergangskanten. Der Rand ist gleichmäßig und glatt verarbeitet.
- Formtypologie stimmig für 1950–1975: Die organische, frei asymmetrische Schalenform passt in das Murano-Produktionsrepertoire der Mitte des Jahrhunderts.
- Kein Murano-Etikett oder keine Pontilmarke sichtbar: Das Foto des Bodens ist für eine definitive Beurteilung nicht scharf genug. Das Vorhandensein einer Markierung ist nicht bestätigt.
- Meistersignatur nicht festgestellt: Ohne Zuschreibung an einen bestimmten Meister (Poli, Barbini, Seguso, Venini) bleibt die Obergrenze der Wertindikation begrenzt.
Marktwert von Murano-Sommerso-Glas
Murano-Sommerso-Schalen ohne Meistersignatur erzielen bei Auktionen und Antiquitätenhändlern regelmäßig zwischen €200 und €600, abhängig von Größe, Farbkombination und Zustand. Stücke mit nachgewiesener Meisterzuschreibung oder einer seltenen Farbkombination können deutlich höhere Ergebnisse erzielen.
Die Zuschreibung an einen bekannten Meister erhöht den Wert erheblich. Eine Schale von Flavio Poli für Seguso aus den 1950er-Jahren erzielt bei Sotheby's oder Christie's €1,500 bis €6,000. Ein Entwurf von Carlo Scarpa für Venini aus derselben Zeit erreicht bis zu €15,000. Ohne dokumentierte Zuschreibung bleibt die Wertindikation für dieses Stück im Bereich von €300 bis €500.
Asiatische Sommerso-Imitationen können auf Fotografien manchmal schwer von authentischem Murano zu unterscheiden sein. Die zuverlässigsten Indikatoren auf Fotos sind die Farbintensität und das Luftblasenmuster, die beide bei diesem Stück vorhanden sind. Eine physische Untersuchung des Bodens und der Wandstärke schafft Sicherheit, wenn höhere Werte auf dem Spiel stehen.
Haben Sie Glas oder Kristall?
Melden Sie sich an und erhalten Sie 1 kostenlosen Credit für Ihre erste Analyse. Danach können Sie Credit-Pakete ab €0.60 pro Analyse kaufen.
Kostenlos starten