AntiqBot Generalist

Murano-Glasschale

Mitte 20. Jahrhundert · Italienisch (Murano) · Analyse von AntiqBot

Eine farbenfrohe Glasschale mit charakteristischer Sommerso-Technik und organischer Form, angeboten als authentisches Murano-Glas. AntiqBot untersuchte Farbintensität, Luftblasen, Verarbeitung und Formtypologie auf Übereinstimmung mit der Murano-Produktion der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Objekttyp
Glasschale, Sommerso-Technik
Zeitraum
Mitte 20. Jahrhundert (ca. 1950–1975)
Herkunft
Italienisch, vermutlich Murano
Modul
AntiqBot Generalist
Urteilsstufe 2
Wahrscheinlich authentisch
Farbintensität, Luftblasenmuster und Verarbeitung stimmen mit der Murano-Produktion der Mitte des 20. Jahrhunderts überein. Keine sichtbaren Anzeichen einer maschinellen Reproduktion.
Wertindikation
€300 – €500
Basierend auf vergleichbaren Sommerso-Schalen bei Auktionen und in Fachgalerien (2022–2025). Stücke bekannter Meister (Barbini, Seguso, Venini) erzielen deutlich höhere Preise.

Murano-Glas und die Sommerso-Technik

Murano ist eine Insel in der Lagune von Venedig und seit dem 13. Jahrhundert das Zentrum der venezianischen Glasindustrie. Die Republik Venedig siedelte ihre Glasbläser 1291 nach Murano um, um die Brandgefahr in der Stadt zu verringern, und über die Jahrhunderte entwickelten die Inselbewohner Techniken, die weltweit unerreicht waren.

Sommerso, wörtlich „untergetaucht“ auf Italienisch, ist eine Technik, bei der mehrere Schichten farbigen Glases übereinander geblasen werden, wobei jede Schicht vollständig in der nächsten „untergetaucht“ ist. Das Ergebnis ist ein optischer Tiefeneffekt, bei dem Farbschichten durch transparentes Glas als schwebende Ebenen sichtbar werden. Die Technik wurde in den 1930er-Jahren von Meisterglasbläsern wie Flavio Poli für das Haus Seguso perfektioniert und erreichte ihren Höhepunkt zwischen 1950 und 1970.

Gerade diese große Beliebtheit macht die Authentifizierung komplex: Glas im Murano-Stil wird in asiatischen Fabriken massenproduziert, und selbst auf Murano gibt es günstigere Produktionsmethoden, die die visuellen Merkmale klassischer Sommerso-Stücke ohne die technische Qualität der großen Meister nachahmen.

Wie AntiqBot dieses Objekt untersuchte

01
Farbintensität und Gleichmäßigkeit
Authentische Murano-Farbpigmente erzeugen intensive, reine Farben ohne graue Untertöne. Asiatische Reproduktionen zeigen häufig weniger gesättigte oder unreine Farbnuancen.
02
Luftblasenmuster
Handgeblasenes Glas enthält organisch verteilte Mikro-Luftblasen. Maschinell hergestelltes Glas ist entweder vollständig blasenfrei oder enthält regelmäßig platzierte Blasen als dekorative Nachahmung.
03
Wandstärke und Gleichmäßigkeit
Handgeblasenes Glas weist leichte Unterschiede in der Wandstärke auf. Vollkommen gleichmäßige Wände weisen auf maschinelle Produktion oder die Verwendung von Formen hin.
04
Bodenetikett oder Pontilmarke
Authentische Murano-Stücke tragen häufig ein Murano-Etikett aus Papier oder Gold oder eine raue Pontilmarke am Boden. Das Fehlen schließt die Authentizität nicht aus, verringert jedoch die Sicherheit.
05
Formtypologie
Vergleich von Form und Proportion mit dokumentierter Murano-Produktion aus dem relevanten Zeitraum. Organische, asymmetrische Formen sind für die Jahre 1950–1975 charakteristisch.
06
Qualität der Verarbeitung
Qualität des Randes, eines möglichen Fußes und der Übergänge zwischen den Farbschichten. Authentische Murano-Handwerkskunst zeigt keine scharfen Grate oder unfertigen Übergangskanten.

Ergebnisse dieser Analyse

Marktwert von Murano-Sommerso-Glas

Murano-Sommerso-Schalen ohne Meistersignatur erzielen bei Auktionen und Antiquitätenhändlern regelmäßig zwischen €200 und €600, abhängig von Größe, Farbkombination und Zustand. Stücke mit nachgewiesener Meisterzuschreibung oder einer seltenen Farbkombination können deutlich höhere Ergebnisse erzielen.

Die Zuschreibung an einen bekannten Meister erhöht den Wert erheblich. Eine Schale von Flavio Poli für Seguso aus den 1950er-Jahren erzielt bei Sotheby's oder Christie's €1,500 bis €6,000. Ein Entwurf von Carlo Scarpa für Venini aus derselben Zeit erreicht bis zu €15,000. Ohne dokumentierte Zuschreibung bleibt die Wertindikation für dieses Stück im Bereich von €300 bis €500.

Asiatische Sommerso-Imitationen können auf Fotografien manchmal schwer von authentischem Murano zu unterscheiden sein. Die zuverlässigsten Indikatoren auf Fotos sind die Farbintensität und das Luftblasenmuster, die beide bei diesem Stück vorhanden sind. Eine physische Untersuchung des Bodens und der Wandstärke schafft Sicherheit, wenn höhere Werte auf dem Spiel stehen.

Vollständiger Analysebericht
AntiqBot Generalist: Murano-Glasschale (EN, PDF)
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