ANTIQBOT WEEKLY  #32 Woche 39 • September 2026

Meissen: echt, Samson oder falsche Marke?

Von den gekreuzten Schwertern bis zur Modellnummer: fünf Checks vor dem Kauf.

Meissener Porzellangruppe eines Liebespaars neben einem Vogelkäfig, in Emailfarben bemalt

Meissen, Liebespaar mit Vogelkäfig, Modell Johann Joachim Kändler, 1737. The Metropolitan Museum of Art, gemeinfrei.

Keine Porzellanmarke steht unter mehr Böden als die gekreuzten Schwerter von Meissen. Ein großer Teil davon kommt nie aus Meissen. Pariser Kopisten, Dresdner Malateliers, thüringische Fabriken und heute chinesische Werkstätten setzen die Marke seit zweihundert Jahren auf ihr eigenes Porzellan. Wer eine Figur umdreht und zwei blaue Schwerter sieht, weiß also noch nichts. Die Frage ist nicht, ob die Marke da ist, sondern wie sie dorthin kam, auf welchem Scherben, und ob sie zu Modell und Zeit passt. Dieser Unterschied ist sichtbar, und er sitzt an fünf Stellen.

Thema der Woche

1708 fanden Johann Friedrich Böttger und Ehrenfried Walther von Tschirnhaus in Dresden das Rezept für Hartporzellan, das erste in Europa. August der Starke, Kurfürst von Sachsen, gründete 1710 die Manufaktur auf der Albrechtsburg in Meissen, fern von neugierigen Blicken. Ab 1731 machte der Bildhauer Johann Joachim Kändler Meissen zum Haus der Porzellanfigur: Harlekine, Liebespaare, Tiere, Schäfer und Hofnarren, scharf modelliert und fein bemalt. Die Schwertermarke, dem sächsischen Wappen entlehnt, erscheint in den 1720er Jahren und ist seit 1731 die feste Marke.

Dem echten Stück stehen drei Hochstapler gegenüber. Die Kopie mit falscher Marke: Samson in Paris (gegründet 1845) fertigte hervorragende Meissen-Kopien, und in Dresden bemalten Ateliers wie Helena Wolfsohn Porzellan mit dem AR-Monogramm von Augustus Rex. Die moderne Fälschung: billige Figuren mit einer blauen Marke, die auf die Glasur gedruckt ist. Und echtes Meissen, das mehr scheint, als es ist: eine Nachausformung eines Kändler-Modells aus dem 19. Jahrhundert oder eine zweite Wahl, die die Manufaktur selbst aussortierte, verkauft als Spitzenstück des 18. Jahrhunderts.

Objekt der Woche

Was einem in der Praxis begegnet: eine kleine Schäfergruppe aus einem Nachlass, mit abgebrochenem Finger. Ein Paar Vasen mit Reliefblumen vom Flohmarkt, mit einer großzügig wirkenden AR-Marke. Ein Papageienpaar auf einem Kleinanzeigenportal, so weiß und makellos, dass es neu aussieht. Und ein Kändler-Harlekin, der laut Verkäufer von 1740 stammt, mit einer Modellnummer auf dem Boden. Das Muster ist immer dasselbe: Je größer die Geschichte, desto wichtiger der Boden. Wer die Checks kennt, dreht das Stück um, bevor über den Preis gesprochen wird.

Fünf Checks bei Meissen
  1. Die Marke. Echtes Meissen trägt die Schwerter in Kobaltblau unter der Glasur, von Hand gemalt: Das Blau ist leicht verlaufen, und mit der Fingerkuppe spürt man es nicht. Eine Marke, die auf der Glasur liegt, anders glänzt, erhaben ist oder gedruckt wirkt, ist ein Warnsignal. Die Form datiert: Ein Punkt zwischen den Griffen weist auf 1763 bis 1774, ein Stern auf die Marcolini-Zeit bis 1814, Knäufe an den Griffen auf das 19. Jahrhundert bis 1924.
  2. Scherben und Glasur. Meissen ist Hartporzellan: weiß, kühl, glasig, im Gegenlicht durchscheinend. Der unglasierte Standring ist fein und trocken, ohne Sandkorn. Weichporzellan von Nachahmern fühlt sich wärmer und körniger an, und viele moderne Kopien haben einen grauen oder kalkweißen Scherben unter einer dicken, zu glänzenden Glasur.
  3. Modellierung. Eine echte Kändler-Figur ist scharf: freistehende Finger, straffe Falten, aus dem Porzellan aufgebaute Spitze, ausdrucksvolle Gesichter. Eine Figur, die in einer Form nach einem vorhandenen Stück gegossen wurde, ist kleiner und weicher, mit zugelaufenen Details und einer nachlässig verputzten Naht. Legen Sie sie neben ein Museumsfoto desselben Modells: Der Unterschied in Größe und Schärfe fällt sofort auf.
  4. Eingeritzte Nummern. Seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, und im 19. und 20. Jahrhundert fast durchgehend, trägt Meissen eine eingeritzte Modellnummer, einen Buchstaben mit Ziffern, daneben eingepresste oder gemalte Nummern von Bossierer und Maler. Diese Nummern wurden in den feuchten Ton geritzt und haben unter der Glasur weiche Ränder. Eine Figur aus dem 19. Jahrhundert ohne Nummer oder eine Nummer, die nachträglich graviert wirkt, verdient einen zweiten Blick.
  5. Stimmigkeit. Marke, Modell und Zeit müssen zusammenpassen. Ein Kändler-Modell von 1737 mit Knaufschwertern ist keine Fälschung, sondern eine Nachausformung des 19. Jahrhunderts und viel weniger wert als ein zeitgenössisches Stück. Eine AR-Marke auf einer Vase mit Watteau-Szenen und reicher Vergoldung ist fast immer Dresdner Dekor des 19. Jahrhunderts. Striche durch die Marke bedeuten zweite Wahl. Stimmigkeit ist der Check, nicht die Marke.
Wussten Sie

Böttger war ein Alchemist, der August dem Starken Gold versprochen hatte. Er lieferte Porzellan und wurde jahrelang bewacht, damit das Geheimnis, das Arkanum, Sachsen nicht verließ. Trotzdem gelangte das Rezept schon 1718 nach Wien. Die gekreuzten Schwerter gelten als eines der ältesten noch verwendeten Warenzeichen der Welt.

Vertiefung

Die gefährlichste Kopie ist nicht die billige, sondern die alte. Samson arbeitete im 19. Jahrhundert mit Hartporzellan, geschickten Malern und eigenen Varianten der Schwertermarke, und viele dieser Stücke sind selbst 150 Jahre alt: Sie zeigen echte Abnutzung, echte Restaurierungen und eine echte Herkunft aus einem belgischen oder französischen Nachlass. Der Unterschied liegt in den Details, die ein Kopist nicht exakt übernimmt: die Größe des Modells, die Palette der Emailfarben, die Vergoldung und die Art, wie die Marke gemalt ist. Die zweite Gefahr ist Dresdner Dekor: echtes Porzellan, manchmal sogar ein weißes Meissener Stück, nachträglich in einem Dresdner Atelier bemalt. Nicht falsch, aber etwas anderes, und auf dem Markt viel weniger wert als Manufakturmalerei.

Markt & Wert

Auf Auktionen, bei Catawiki, Nagel oder Lempertz, liegen die Größenordnungen grob so. Meissener Figuren des 20. Jahrhunderts und der Nachkriegszeit bringen einige hundert Euro. Gruppen des 19. Jahrhunderts mit Knaufschwertern in gutem Zustand liegen oft zwischen 500 und 3.000 Euro, je nach Modell, Größe und Schaden. Kändler-Figuren der ersten Generation aus dem 18. Jahrhundert beginnen bei einigen tausend Euro und erreichen für bedeutende Modelle Zehntausende. Eine Samson-Kopie bringt als Samson hundert bis einige hundert Euro, als „Meissen“ nichts. Eine zweite Wahl mit Schleifstrichen fällt spürbar im Preis, und Schäden an Fingern, Blüten und Spitze wiegen schwer.

Kändler und die klassischen Modelle

Johann Joachim Kändler kam 1731 nach Meissen und wurde 1733 Modellmeister. In über vierzig Jahren entwarf er, mit Mitarbeitern wie Johann Friedrich Eberlein und Peter Reinicke, Hunderte von Figuren und Gruppen. Wer Meissen kauft, kauft in der Praxis meist einen dieser Entwürfe, nur nicht immer aus demselben Jahrhundert. Ein Modell wurde nie nur einmal hergestellt: Die Formen blieben erhalten, und die Manufaktur formte beliebte Modelle im 19. Jahrhundert, im 20. Jahrhundert und bis heute neu aus. Ein Kändler-Entwurf sagt also nichts über das Alter des Exemplars, das vor Ihnen steht.

Die bekanntesten Serien begegnen einem immer wieder. Die Figuren der Commedia dell'arte: Harlekin, Columbine, Pantalone und Scaramouche, oft in bunten Rautenkostümen. Die Krinolinengruppen von Hofdamen und Kavalieren in weiten Röcken, wie das Liebespaar mit Vogelkäfig auf dem Foto oben. Die Affenkapelle, ein Orchester von Affen in Hoftracht, das Kändler und Reinicke um 1753 als Spott auf die Hofmusik ausarbeiteten und das bis heute nachgeformt und kopiert wird. Die großen Tiere für das Japanische Palais Augusts des Starken, geschaffen von Johann Gottlieb Kirchner und Kändler in den 1730er Jahren. Und das Schwanenservice, 1737 bis 1741 für Graf Heinrich von Brühl gefertigt, mit Reliefs von Schwänen und Schilf, dessen einzelne Teller heute Spitzenstücke sind.

Für Käufer bedeutet das zweierlei. Erstens: Schlagen Sie das Modell nach. Museumssammlungen wie die des Met, des Rijksmuseum und der Dresdner Porzellansammlung zeigen Hunderte von Kändler-Modellen mit Maßen und Daten. Eine Figur, die merklich kleiner ist als das Museumsexemplar, wurde oft nachgegossen. Zweitens: Das Modell bestimmt die Nachfrage, das Exemplar den Preis. Ein beliebtes Modell des 19. Jahrhunderts in perfektem Zustand kann mehr bringen als ein seltenes Modell des 18. Jahrhunderts mit schwerem Schaden.

Die Schwertermarke nach Perioden

Die Marke ist kein Echtheitsbeweis, aber eine Datierungshilfe, vorausgesetzt, sie ist echt. Diese grobe Einteilung hilft beim ersten Urteil. Rechnen Sie immer mit Übergängen und Ausnahmen: Maler arbeiteten nicht mit dem Lineal, und jede Periode kennt Varianten.

  • 1720er Jahre. Frühe Marken: die Buchstaben KPM oder KPF, der Merkurstab (vor allem auf Stücken für den Handel) und das AR-Monogramm von Augustus Rex auf Stücken für den Hof. Ein echtes AR-Stück ist ein Museumsstück; fast jede AR-Marke auf dem Markt ist Dresdner Dekor des 19. Jahrhunderts.
  • 1731 bis 1763. Gekreuzte Schwerter, oft lang und schlank, mit gebogenen oder geraden Klingen. Das ist die Zeit Kändlers auf seinem Höhepunkt.
  • 1763 bis 1774. Ein Punkt zwischen den Griffen: die sogenannte Punktzeit oder akademische Periode.
  • 1774 bis 1814. Ein Sternchen zwischen den Griffen, unter Direktor Graf Camillo Marcolini.
  • Von etwa 1815 bis 1924. Knäufe an den Griffen, die sogenannten Knaufschwerter. Die meisten Meissener Figuren auf dem Markt stammen aus dieser Zeit.
  • 1924 bis 1934. Ein Punkt zwischen den Klingenspitzen, unter Direktor Max Adolf Pfeiffer.
  • Nach 1934. Einfache gekreuzte Schwerter ohne Zusatz, in wechselnden Formen. Schleifstriche durch die Marke kommen in allen späteren Perioden vor und kennzeichnen zweite Wahl.
Meissen oder nicht? Namen, die Ihnen begegnen

Samson, Paris. 1845 von Edmé Samson gegründet, spezialisiert auf Kopien von Meissen, Sèvres, chinesischem Exportporzellan und mehr. Samson verwendete eigene Marken, manchmal mit Schwertern, die später nicht selten weggeschliffen wurden, um das Stück als Meissen zu verkaufen. Eine abgeschliffene Stelle auf dem Boden ist daher verdächtig. Ein Samson, als Samson verkauft, ist ein ehrliches Sammelobjekt.

Helena Wolfsohn, Dresden. Eines der bekanntesten Dresdner Malateliers des 19. Jahrhunderts. Sie bemalte weißes Porzellan mit Szenen nach Watteau und reicher Vergoldung und verwendete das AR-Monogramm, bis Meissen sie deswegen verklagte. Die meisten AR-Vasen und -Tassen auf dem Markt stammen aus dieser Ecke.

„Dresden“. Das Wort Dresden unter einem Stück bedeutet nicht Meissen. Im 19. Jahrhundert arbeiteten Dutzende Malateliers in und um Dresden, und im englischsprachigen Handel wurde „Dresden china“ zum Sammelbegriff. Eine blaue Krone mit „Dresden“ oder das Wort in Schreibschrift weist auf ein solches Atelier hin.

Carl Thieme, Potschappel. Fabrik bei Dresden, 1872 gegründet, bekannt für reich dekorierte Vasen und Figuren mit vielen Blüten und Spitze im Meissener Stil. Sie führte eine eigene Marke, meist ein Kreuz mit einem T, oft mit dem Wort Dresden.

Thüringen: Volkstedt, Sitzendorf und andere. Diese Fabriken fertigten im 19. und frühen 20. Jahrhundert Spitzenfiguren und Gruppen im Meissener Stil. Ihre Marken, etwa gekreuzte Heugabeln oder gekreuzte Striche, ähneln auf den ersten Blick Schwertern. Schön und sammelwürdig, aber kein Meissen, und weit niedriger bewertet.

Moderne Fälschungen. Neuere Figuren, oft aus asiatischen Werkstätten, mit einer auf die Glasur gedruckten oder gemalten blauen Marke, grobem Scherben und flachen, grellen Farben. Sie tauchen auf Märkten und Websites mit Geschichten von Großmüttern und Schlössern auf.

Schäden und Restaurierungen erkennen

Bei Porzellanfiguren wiegt der Zustand fast so schwer wie die Echtheit. Kändler-Figuren haben Finger, Blüten, Spitze und Attribute, die beim kleinsten Stoß abbrechen, und nach zweihundert Jahren ist eine unbeschädigte Figur eher Ausnahme als Regel. Das ist kein Problem, solange der Schaden ehrlich angegeben ist. Das Problem ist die unsichtbare Restaurierung: ein geklebter Arm, ein in Kunstharz ergänzter Finger, ein übermalter Riss, verkauft als unbeschädigt.

Wer Restaurierungen finden will, braucht drei Hilfsmittel. Eine UV-Lampe: Porzellan und Glasur fluoreszieren gleichmäßig, Kleber und Retuschierfarbe leuchten anders oder bleiben dunkel, und in einem abgedunkelten Raum sieht man binnen einer Minute, wo gearbeitet wurde. Eine Lupe: An einem ergänzten Teil endet der Glanz der Glasur abrupt, die Farbe wirkt etwas matter und der Übergang zeigt eine feine Naht. Und der Zahn oder der Fingernagel: Echte Glasur ist hart und kühl, Kunstharz fühlt sich wärmer und weicher an und klingt beim Antippen dumpfer.

Achten Sie besonders auf die Stellen, die immer brechen: Finger und Hände, abstehende Blüten und Blätter, Hüte, kleine Schwerter und Musikinstrumente, die Spitze der Krinolinenröcke und die Ränder des Sockels. Eine Figur, deren empfindlichste Teile makellos sind, während die Vergoldung anderswo abgerieben ist, verdient besondere Aufmerksamkeit. Kleine Brandfehler, etwa ein Nadelstich in der Glasur oder ein kleiner Brennriss, sind kein Schaden; sie gehören zum Material und werden im Handel anders bewertet als spätere Brüche.

Für den Preis gilt eine einfache Regel: Unbeschädigte Stücke sind selten, und der Markt bezahlt dafür. Ein fachgerecht restaurierter Finger drückt den Preis mäßig, ein geklebter Kopf oder ein ergänzter Arm drückt ihn stark. Was angegeben ist, ist ein Verkaufsargument; was verschwiegen wird, ist ein Grund zur Rücksendung.

So kaufen Sie Meissen auf Märkten und online

Auf dem Markt: Bitten Sie immer darum, das Stück selbst in die Hand zu nehmen, und drehen Sie es um, bevor über den Preis gesprochen wird. Prüfen Sie die Marke unter der Glasur, fühlen Sie den Standring, suchen Sie die eingeritzte Nummer und halten Sie das Stück gegen das Licht. Prüfen Sie dann die empfindlichen Stellen und fragen Sie, ob etwas geklebt ist. Ein Verkäufer, der das Stück nicht aus der Hand gibt, hat Ihnen schon geantwortet.

Online: Bitten Sie um ein scharfes Foto des Bodens gerade von unten, eine Nahaufnahme der Marke sowie Fotos aller Seiten und Nahaufnahmen von Händen und Blüten. Fragen Sie nach der Höhe in Zentimetern und vergleichen Sie sie mit dem Museumsexemplar desselben Modells. Seien Sie vorsichtig bei Katalogfotos, bei „aus einem Schloss“ ohne Namen und bei Preisen, die für ein Stück des 18. Jahrhunderts zu niedrig sind, um wahr zu sein. Wer ein Schnäppchen sieht, sieht meist einen Samson, einen Dresdner Dekor oder eine Nachausformung.

Auf Auktionen und Plattformen wie Catawiki: Lesen Sie die Beschreibung auf die Wörter hin, die den Unterschied machen. „Meissen“ ist etwas anderes als „im Stil von Meissen“, „Dresden“ oder „nach Kändler“. Eine Expertenbeschreibung nennt die Periode der Marke, die Modellnummer, die Größe und den Zustand. Fehlt eines dieser vier, fragen Sie nach, bevor Sie bieten.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich echtes Meissen? Achten Sie auf fünf Dinge zusammen: eine handgemalte Marke unter der Glasur, einen weißen, durchscheinenden Hartporzellanscherben, scharfe Modellierung, eingeritzte Modellnummern und Stimmigkeit zwischen Marke, Modell und Zeit. Kein einzelner Punkt reicht allein.

Was bedeutet ein Strich durch die Meissener Marke? Dass die Manufaktur selbst das Stück als zweite Wahl gekennzeichnet hat, indem sie einen oder mehrere Striche durch die Marke schliff. Das Stück ist echt, bringt aber weniger. Je mehr Striche, desto niedriger die Sortierung.

Ist Dresden dasselbe wie Meissen? Nein. Meissen ist die Manufaktur in der Stadt Meissen. „Dresden“ auf einem Stück weist meist auf ein Malatelier oder eine Fabrik in oder um Dresden hin, oft aus dem 19. Jahrhundert.

Wie alt ist meine Meissener Figur? Die Marke gibt eine erste Periode: Punkt, Stern, Knaufschwerter oder einfache Schwerter. Die eingeritzten und gemalten Nummern, der Malstil und das Modell selbst verfeinern das. Ein Modell des 18. Jahrhunderts kann im 19. oder 20. Jahrhundert neu ausgeformt worden sein.

Was ist eine Samson-Kopie wert? Als Samson verkauft bringt eine Figur meist hundert bis einige hundert Euro, je nach Qualität und Zustand. Als Meissen verkauft ist es Täuschung.

Hinter den Kulissen

Bei Porzellan prüft AntiqBot, was ein Foto zeigen kann: Form, Stil und Proportionen der Marke, eingeritzte und gemalte Nummern, die Modellierung und die Stimmigkeit mit Modell und Zeit. Wie sich die Glasur anfühlt und wie der Scherben im Gegenlicht wirkt, bleibt Arbeit für die Hand, und der Bericht sagt das auch. Tipp: Fotografieren Sie den Boden gerade von unten, scharf und bei Tageslicht, dazu die Figur von vorne.

Frage der Woche

“Auf dem Boden meiner Meissener Figur gehen zwei Striche durch die Schwerter. Ist sie falsch?”

Nein, im Gegenteil. Diese Striche sind Schleifstriche, von der Manufaktur selbst durch die Marke geschliffen, um ein Stück als zweite Wahl zu kennzeichnen, oft wegen eines kleinen Brandfehlers. Es ist also echtes Meissen, das die Manufaktur mit Abschlag verlassen hat. Fälscher fügen sie selten hinzu. Aber: Zweite Wahl bringt spürbar weniger als erste Wahl, rechnen Sie also nicht mit einem Spitzenstück.

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