Chinesisches blau-weißes Porzellan mit Regierungsmarke auf dem Boden, UV-Lampe im Hintergrund
AntiqBot Blog · 17. März 2026 · 7 Min. Lesezeit

Die gefährlichsten Fehler beim Kauf chinesischen Porzellans

Chinesisches Porzellan gehört zu den am häufigsten gefälschten Kategorien in der Antiquitätenwelt. Nicht, weil es leicht nachzuahmen ist, sondern weil die Nachfrage enorm und das Wissen der Käufer oft begrenzt ist. Selbst erfahrene Sammler machen Fehler. Dies sind die häufigsten und kostspieligsten.

Fehler 1: Sich allein auf die Regierungsmarke verlassen

Die Marke auf dem Boden eines chinesischen Porzellanstücks ist kein Echtheitsbeweis. Sie ist ein Hinweis, nichts weiter. Chinesische Porzellanwerkstätten haben eine jahrhundertealte Tradition, Regierungsmarken früherer, angesehener Epochen als Zeichen der Wertschätzung zu verwenden.

Eine Yongzheng-Marke auf einem Stück bedeutet nicht, dass es aus der Yongzheng-Periode (1722–1735) stammt. Es könnte aus dem 19., 20. Jahrhundert oder aus der Gegenwart stammen. Die Marke ist der Beginn der Untersuchung, nicht ihr Ende.

Fehler 2: Sich auf den Blauton verlassen

Kobaltblau ist das am häufigsten kopierte Merkmal alten chinesischen Porzellans. Die Farbe, Tiefe und das ‘Anhäufen und Verdichten’ alten Kobalts sind tatsächlich unverwechselbar, aber nur für jemanden, der Hunderte echter Stücke gesehen und in der Hand gehabt hat.

Anhand eines Fotos ist die Unterscheidung nahezu unmöglich. Bei einer persönlichen Begutachtung und mit Erfahrung ist sie verlässlicher, aber als einziges Argument dennoch nicht schlüssig.

Fehler 3: Zu viel für ‘Famille Verte’ oder ‘Famille Rose’ ohne Dokumentation bezahlen

Diese beiden Kategorien wurden im 19., 20. und 21. Jahrhundert gleichermaßen stark reproduziert. Schöne Famille-Rose-Teller werden in Jingdezhen in einer Qualität hergestellt, die selbst geschulte Augen täuscht.

Faustregel: Ohne Provenienz, also eine nachweisbare Eigentumsgeschichte, ist jedes Stück dieser Kategorien über €500 ohne fachkundige Beratung ein riskanter Kauf.

Fehler 4: Restaurierungen nicht erkennen

Gut restaurierte Stücke können bei normaler Beleuchtung unsichtbar repariert wirken. Unter ultraviolettem Licht fluoreszieren Restaurierungen, da modernes Epoxidharz anders reagiert als alte Glasur.

Eine UV-Lampe kostet €15 bis €30 und ist die beste Investition für jeden Porzellankäufer. Verwenden Sie sie immer bei Stücken über €200.

Fehler 5: Exportporzellan mit kaiserlichem Porzellan verwechseln

Der Großteil des in Europa zirkulierenden chinesischen Porzellans ist Exportporzellan, das für den europäischen Markt und nicht für den chinesischen Kaiser oder die Elite hergestellt wurde. Es ist interessant und manchmal wertvoll, gehört aber zu einer völlig anderen Kategorie.

Kaiserliches Porzellan mit nachgewiesener Hofprovenienz ist selten, teuer und kommt außerhalb großer Auktionshäuser kaum in Umlauf. Wenn Ihnen jemand auf einem Flohmarkt oder zu einem bescheidenen Preis ‘kaiserliches Porzellan’ anbietet, ist es keines.

Fehler 6: Auktionsergebnisse falsch interpretieren

Ein einzelnes außergewöhnliches Auktionsergebnis begründet keinen Marktpreis. Betrachten Sie mehrere vergleichbare Stücke über mehrere Jahre hinweg. Und denken Sie daran: Auktionsergebnisse sind Zuschlagspreise einschließlich Käuferaufgeld, die Nettoerlöse für den Verkäufer sind niedriger.

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